Kurze Antwort
Borretschöl und Leinsamenöl sind nicht austauschbar. Borretschöl wird vor allem wegen seiner Gamma-Linolensäure (GLA), einer Omega-6-Fettsäure, verwendet, während Leinsamenöl hauptsächlich wegen seiner Alpha-Linolensäure (ALA), einer pflanzlichen Omega-3-Fettsäure, zum Einsatz kommt. Welche Option die bessere ist, hängt von der gewünschten Fettsäure, der Portionsgröße, dem Oxidationsplan, den Sicherheitsunterlagen und der Form des Endprodukts ab.Für Verbraucher sollte keines der beiden Öle als Mittel zur Behandlung von Arthritis, Ekzemen, Hormonstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder kognitiven Problemen angepriesen werden. Für Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln ist der praktische Vergleich der GLA- oder ALA-Gehalt pro Portion, das Fettsäureprofil der Charge sowie PA-Tests auf Borretsch-Öl, Oxidationsindikatoren, Verpackung und Haltbarkeit.
Unternehmen, die Nahrungsergänzungsmittel auf Pflanzenölbasis entwickeln, können die Qualitäten der Rohstoffe vergleichen, das Füllgewicht berechnen und eine Projektprüfung beantragen, bevor sie sich für einen Lieferanten oder ein Softgel-Format entscheiden.

Borretschöl vs. Leinsamenöl im Vergleich
| Entscheidungsfaktor | Borretschöl | Leinsamenöl | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|---|
| Botanische Quelle | Borago officinalis-Samen | Samen von Linum usitatissimum | Die Herkunftsangabe und Rückverfolgbarkeit müssen den Spezifikationen entsprechen |
| Wichtigste kommerzielle Fettsäure | GLA, eine Omega-6-Fettsäure | ALA, eine Omega-3-Fettsäure | Sie unterstützen verschiedene Formulierungsziele |
| Häufig gestellte Fragen zur Beschaffung | Wie viel GLA wird durch die Chargenanalyse nachgewiesen? | Wie viel ALA wird durch die Chargenanalyse nachgewiesen? | Das Gesamtölgewicht entspricht nicht der Menge an aktiven Fettsäuren |
| Wichtige Sicherheitsunterlage | PA-Methode, Analyten, Nachweisgrenze und Chargenergebnis | Identifizierung, Oxidation, Verunreinigungen und Überprüfung der Medikamenteneinnahme | “Natürlich” oder “kaltgepresst” ist keine vollständige Sicherheitsangabe. |
| Risiko der Primärformulierung | PA-Kontrolle, Oxidation, Geruch und Genauigkeit der GLA-Kennzeichnung | Oxidation, Ranzigkeit, ALA-Verlust und sensorische Veränderungen | Beide Öle sind empfindlich gegenüber Sauerstoff, Hitze und Licht. |
| Gängige Formate | Weichkapseln, flüssige Füllstoffe, Ölmischungen und mikroverkapselte Pulver | Kapseln, flüssige Öle, Ölmischungen und mikroverkapselte Pulver | Die Darreichungsform beeinflusst die Portionsgröße, die Verpackung und die Haltbarkeit |
Was ist Borretschöl?
Borretschöl wird aus den Samen von Borago officinalis. Bei der Beschaffung von Nahrungsergänzungsmitteln wird es häufig ausgewählt, da es GLA enthält. Kommerzielle Qualitäten können sich hinsichtlich der Herkunft der Samen, des Extraktions- und Veredelungsverfahrens, des GLA-Anteils, des Fettsäureprofils, der Farbe, des Geruchs, des Antioxidationssystems und des Oxidationszustands unterscheiden.
Eine Marke sollte Borretschöl nicht allein anhand der Gesamtmenge in Milligramm kaufen. Prüfen Sie den tatsächlichen GLA-Gehalt, das vollständige Fettsäureprofil, die Peroxidzahl, den p-Anisidinwert, die Säurezahl, die Lagerbedingungen und die PA-Dokumentation. Die verfügbaren Spezifikationen und Qualitätsunterlagen können im Spezifikationen für Borretschöl als Inhaltsstoff.
Was ist Leinsamenöl?
Leinsamenöl wird gewonnen aus Linum usitatissimum Samen und wird häufig als pflanzliche Quelle für ALA ausgewählt. ALA ist eine essentielle Omega-3-Fettsäure, jedoch nicht dasselbe Molekül wie EPA oder DHA. Die Umwandlung von ALA in EPA und insbesondere in DHA im menschlichen Körper ist begrenzt, daher sollte eine Leinsamenöl-Formel nicht den Eindruck erwecken, dass sie das gleiche Fettsäureprofil wie Fischöl oder aus Algen gewonnenes EPA/DHA aufweist.
Leinsamenöl unterscheidet sich zudem von ganzen oder gemahlenen Leinsamen. Herkömmliches Leinsamenöl weist nicht dasselbe Ballaststoff- und Lignanprofil auf wie ganze Leinsamen. Käufer können den ALA-Anteil, das Verarbeitungsverfahren, die Oxidationswerte und die Anwendungsformen in der Leitfaden für Lieferanten von Leinsamenöl.
GLA vs. ALA: Der wesentliche Unterschied
GLA und ALA sind zwar beides mehrfach ungesättigte Fettsäuren mit 18 Kohlenstoffatomen, gehören jedoch zu unterschiedlichen Omega-Familien und sollten nicht als Ersatzstoffe betrachtet werden.
| Fettsäure | Vollständiger Name | Familie | Primärquelle in diesem Vergleich | Formulierung Bedeutung |
|---|---|---|---|---|
| GLA | Gamma-Linolensäure | Omega-6 | Borretschöl | Verwenden Sie den GLA-Prozentsatz der Charge, um die Ölmenge zu berechnen |
| ALA | Alpha-Linolensäure | Omega-3 | Leinsamenöl | Berechnen Sie den Omega-3-Gehalt der Pflanzen anhand des ALA-Anteils in der Charge |
| EPA/DHA | Langkettige Omega-3-Fettsäuren | Omega-3 | Fisch- oder ausgewählte Algenöle, kein gewöhnliches Leinsamenöl | Leiten Sie die EPA-/DHA-Zufuhr nicht allein aus der Gesamt-ALA-Menge ab |
Die Bezeichnungen “Gamma-Linolensäure” und “Alpha-Linolensäure” klingen zwar ähnlich, doch unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer Rolle im Stoffwechsel, der wissenschaftlichen Erkenntnisse und der Darstellung auf dem Etikett. In der Rezeptur sollten die tatsächliche Fettsäure und deren Menge angegeben werden, anstatt sich auf eine allgemeine Überschrift wie “Omega 3-6-9” zu verlassen.
Enthält Leinsamenöl GLA?
Leinsamenöl wird in der Regel nicht als nennenswerte GLA-Quelle ausgewählt. Sein handelsüblicher Marker ist ALA. Eine vollständige Fettsäureanalyse mag zwar viele Nebenfettsäuren aufzeigen, doch sollten Produktentwickler nicht davon ausgehen, dass Leinsamenöl ein standardisiertes, GLA-reiches Öl ersetzen kann.
Wenn ein Hersteller oder Lieferant einen bestimmten GLA-Gehalt in Leinsamenöl angibt, fordern Sie die Fettsäureanalyse der Charge, das Chromatogramm oder das Analysezertifikat (COA) an und überprüfen Sie die Grundlage der Angabe. Für einen festgelegten GLA-Zielwert berechnen Sie den GLA-Gehalt anhand eines dokumentierten GLA-Öls wie Borretschöl oder einer anderen qualifizierten Quelle.
Beispielberechnungen zur Füllgewichtsbestimmung
Diese Beispiele dienen ausschließlich der Veranschaulichung der Berechnungsgrundlagen. Sie stellen keine Dosierungsempfehlungen für Verbraucher dar. Für die endgültige Berechnung müssen die tatsächlichen Werte der Chargenanalyse, die Portionsgröße, die Überdosierungsrichtlinie, das Fassungsvermögen der Kapseln sowie die geltenden Kennzeichnungsvorschriften herangezogen werden.
| Formelziel | Rohstoffanalyse | Beispiel für die Öleingabe | Berechnung |
|---|---|---|---|
| 240 mg GLA | 20% GLA-Borretschöl | 1.200 mg Öl | 240 ÷ 0,20 |
| 240 mg GLA | 24% GLA-Borretschöl | 1.000 mg Öl | 240 ÷ 0,24 |
| 500 mg ALA | 50% ALA-Leinsamenöl | 1.000 mg Öl | 500 ÷ 0,50 |
| 500 mg ALA | 55% ALA-Leinsamenöl | etwa 909 mg Öl | 500 ÷ 0,55 |
Ein höherer Wirkstoffgehalt kann zwar das Füllgewicht oder die Kapselanzahl verringern, bedeutet jedoch nicht automatisch bessere klinische Ergebnisse. Es handelt sich um eine Entscheidung hinsichtlich der Effizienz der Formulierung, die gegen Faktoren wie die Frische des Öls, die Spezifikation, die Kosten, die Versorgungssicherheit und die Stabilität des Endprodukts abgewogen werden muss.

Welches Öl eignet sich besser für eine Nahrungsergänzungsformel?
Entscheiden Sie sich für Borretschöl, wenn die Rezeptur eine bestimmte GLA-Zufuhr erfordert
Borretschöl ist in der Regel die naheliegendere Wahl, wenn das Produktkonzept einen dokumentierten GLA-Gehalt erfordert. Vergleichen Sie den GLA-Anteil, die PA-Prüfung, die Oxidationswerte, das Herstellungsverfahren, den Geruch und die Kompatibilität mit Softgel-Kapseln.
Entscheiden Sie sich für Leinsamenöl, wenn die Rezeptur pflanzliches ALA benötigt
Leinsamenöl ist in der Regel die naheliegendere Wahl, wenn es um pflanzliches ALA geht. Beschreiben Sie es nicht als direkten Ersatz für EPA/DHA und übernehmen Sie keine gesundheitsbezogenen Angaben, die für Fischöl oder pharmazeutische Omega-3-Produkte gelten.
Eine Mischung sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn jedes Öl eine bestimmte Funktion hat.
Eine Mischung aus Borretsch- und Leinsamenöl kann sowohl GLA als auch ALA liefern, doch auf dem Etikett sollten die tatsächlichen Mengen angegeben werden, anstatt den Eindruck zu erwecken, dass eine solche Mischung automatisch ausgewogen oder überlegen sei. Bei der Rezepturentwicklung müssen die Gesamtölmenge, die Kapselgröße, die Oxidation, Geschmack und Geruch, das Antioxidationssystem sowie die Anzahl der Portionen berücksichtigt werden.
Wie sieht es mit Mischungen aus Fisch-, Leinsamen- und Borretschöl aus?
Suchanfragen nach Fisch-, Leinsamen- und Borretschöl deuten in der Regel auf ein Interesse an Softgels mit einer Kombination aus Omega-3-, Omega-6- und Omega-9-Fettsäuren hin. Die drei Öle sollten nicht als austauschbare Inhaltsstoffe betrachtet werden:
- Fischöl kann je nach Qualität EPA und DHA liefern.
- Leinsamenöl liefert hauptsächlich ALA.
- Borretschöl liefert hauptsächlich GLA.
Eine aussagekräftige Rezepturangabe sollte die Gehalte an EPA, DHA, ALA und GLA pro Portion angeben und nicht nur die Gesamtmenge in Milligramm der einzelnen Öle. Außerdem sollte sie Angaben zu Fischarten oder Herkunft, Oxidationsgrenzwerten, Schadstoffen, PA-Tests für Borretschöl, Allergenen, Kapselhülle und Stabilität enthalten. Marken, die Softgel-Kapseln mit einem oder mehreren Ölen entwickeln, können folgende Informationen einsehen: Herstellung von Softgels mit Pflanzenöl und Omega-Fettsäuren.
Evidenz und Grenzen von gesundheitsbezogenen Angaben
Borretschöl und Leinsamenöl wurden in verschiedenen Studien untersucht, und in einer kontrollierten Studie wurden ihre Auswirkungen auf ausgewählte Hautparameter bei Frauen verglichen. Eine Studie, die sich auf ein bestimmtes Öl, eine bestimmte Dosis, eine bestimmte Population und einen bestimmten Endpunkt bezieht, beweist nicht, dass jede im Handel erhältliche Sorte zu denselben Ergebnissen führt.
Marken sollten Angaben zur Behandlung von Krankheiten wie Ekzemen, rheumatoider Arthritis, hohem Cholesterinspiegel, Bluthochdruck, Depressionen oder Hormonstörungen vermeiden. Eine sicherere Positionierung in Bezug auf Struktur und Funktion ist für ein Fertigprodukt möglich, wenn diese Angaben wahrheitsgemäß und nicht irreführend sind und durch Belege gestützt werden, die mit dem Inhaltsstoff, der Menge, der Darreichungsform und der Zielgruppe übereinstimmen.
Verwenden Sie den Begriff “entzündungshemmend” nicht als pauschales Produktversprechen. Beschreiben Sie die Fettsäurezusammensetzung und den Evidenzgrad und lassen Sie die Angaben für den jeweiligen Zielmarkt prüfen.
Hinweise zu Sicherheit und Kennzeichnung
Borretschöl und Pyrrolizidinalkaloide
Borretsch-Pflanzenmaterial kann Pyrrolizidinalkaloide (PAs) enthalten, und Borretschsamenöl kann geringe Mengen davon enthalten, sofern diese nicht durch Verarbeitung und Prüfungen kontrolliert werden. Die Angabe “PA-frei” sollte nicht allein als Werbespruch akzeptiert werden. Fordern Sie die Analysemethode, die Liste der Analyten, die Nachweisgrenze (LOQ), die Spezifikation und das chargenspezifische Ergebnis an.
Schwangere oder stillende Personen, Kinder, Menschen mit Lebererkrankungen sowie Personen, die Medikamente einnehmen, sollten vor der Einnahme von pflanzlichen Ölpräparaten fachkundigen Rat einholen. Verwenden Sie Hinweise auf Borretschblätter oder -blüten nicht so, als wären diese mit einem geprüften Samenöl-Wirkstoff gleichzusetzen.
Sicherheit von Leinsamenöl
Höhere Mengen an Leinsamen oder Leinsamenöl können Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl oder Durchfall verursachen. Mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten sollten geprüft werden, darunter auch eine Therapie mit Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmern. Die Daten zur Sicherheit während der Schwangerschaft und Stillzeit sind begrenzt.
Angaben zu Allergenen, veganen Produkten und Herkunft
Beide Samenöle sind pflanzlichen Ursprungs, doch ein Endprodukt ist nicht automatisch vegan oder allergenfrei. Prüfen Sie Verarbeitungshilfsstoffe, Trägerstoffe, Antioxidantien, Angaben zur Kreuzkontamination sowie die Softgel-Hülle. Vermeiden Sie absolute Angaben wie “allergenfrei”, es sei denn, die Kontrollen des Endprodukts und die geltenden Marktvorschriften stützen diese.
Oxidation, Lagerung und Verpackung
Sowohl Borretschöl als auch Leinsamenöl sind reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und reagieren empfindlich auf Sauerstoff, Hitze und Licht. Durch Oxidation können sich Geruch, Geschmack, Fettsäuregehalt und Haltbarkeit verändern.
| Qualitätsprodukt | Was Sie beantragen sollten | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Peroxidzahl | Verfahren, Spezifikation und Chargenergebnis | Bezeichnet die primäre Oxidation |
| p-Anisidin-Wert | Methode und, falls zutreffend, Ergebnis der Charge | Weist auf eine sekundäre Oxidation hin |
| TOTOX oder umfassendere Bewertung der Oxidation | Berechnungsgrundlage oder Lieferantenbericht | Ermöglicht eine umfassendere Beurteilung der Frische |
| Säurezahl / freie Fettsäuren | Spezifikation und Ergebnis | Hilft bei der Beurteilung des hydrolytischen Abbaus und der Handhabung |
| Antioxidationssystem | Angabe der Identität und der Kennzeichnung | Unterstützt die Planung der Oxidationskontrolle |
| Verpackung | Lichtbarriere, Sauerstoffregulierung, Stickstoffstrategie und Verschluss | Schützt das Öl während der Verteilung und Verwendung |
| Stabilität | Fertigprodukt in der Endverpackung | Bestätigt die Wirksamkeit und die sensorische Qualität über die gesamte Haltbarkeitsdauer hinweg |
Die Kaltpressung kann zwar die Herkunfts- und Prozesszuordnung unterstützen, ist jedoch kein automatischer Beweis für überlegene Frische, Reinheit oder Haltbarkeit. Ein raffiniertes Öl kann gewählt werden, wenn Anforderungen hinsichtlich Geruch, Klarheit, PA-Entfernung oder Stabilität dieses Verfahren rechtfertigen.
Qualitätsanforderungen, die Marken von Nahrungsergänzungsmitteln beachten sollten
| Spezifikationsbereich | Borretschöl | Leinsamenöl |
|---|---|---|
| Identität | Botanische Herkunft und Ölsorte | Botanischer Ursprung und Lebensmittel-/Nahrungsergänzungsmittelqualität |
| Aktiver Marker | GLA-Anteil und vollständiges Fettsäureprofil | ALA-Anteil und vollständiges Fettsäureprofil |
| Natürliche Giftstoffe | PA-Methode, Analyten, Grenzwert und Chargenergebnis | Risikobasierte Überprüfung auf Schadstoffe und Verfälschungen |
| Oxidation | PV, p-AV, Säurezahl und Lagerung | PV, p-AV, Säurezahl und Lagerung |
| Schadstoffe | Schwermetalle, Mikrobiologie, gegebenenfalls Pestizide | Schwermetalle, Mikrobiologie, gegebenenfalls Pestizide |
| Dokumentation | COA, Spezifikation, Sicherheitsdatenblatt (SDS), Technisches Datenblatt (TDS), Flussdiagramm und PA-Bericht | COA, Spezifikation, Sicherheitsdatenblatt (SDS), Technisches Datenblatt (TDS), Flussdiagramm und Herkunftserklärung |
| Passform des Endprodukts | Öleinfüllmenge, Kompatibilität mit dem Gehäuse, Geruch und Stabilität | Öleinfüllmenge, Kompatibilität mit dem Gehäuse, Geruch und Stabilität |
Checkliste für Käufer
- Geben Sie den botanischen Namen, den Pflanzenteil und das Herkunftsland an.
- Bitte geben Sie an, ob das Material kaltgepresst, raffiniert, winterfest gemacht, desodoriert oder mikroverkapselte ist.
- Bitte fordern Sie das Fettsäureprofil der Charge und den prozentualen Anteil der aktiven Marker an.
- Überprüfen Sie bei Borretschöl die PA-Methode, die Analyten, die Nachweisgrenze (LOQ) und das Chargenergebnis.
- Überprüfen Sie den PV-Wert, den p-AV-Wert, die Säurezahl, die Gehalt an freien Fettsäuren und den sensorischen Zustand.
- Überprüfen Sie gegebenenfalls den Gehalt an Schwermetallen, mikrobiologischen Parametern, Pestiziden und Lösungsmittelrückständen.
- Überprüfen Sie Antioxidantien, Trägerstoffe, Verarbeitungshilfsstoffe und Angaben auf dem Etikett.
- Überprüfen Sie die Verpackung, die Stickstoffschutzatmosphäre, die Lagertemperatur und die Haltbarkeitsdauer.
- Berechnen Sie den Gehalt an aktiver Fettsäure pro Portion anhand der tatsächlichen Analyseergebnisse.
- Bitte geben Sie die Haltbarkeit des Endprodukts in der Endverpackung an.
Fragen zur Ausschreibung für einen Öllieferanten oder einen Hersteller von Softgel-Kapseln
- Welche Qualitäten von Borretsch- und Leinsamenöl sind erhältlich, und wie hoch ist der GLA- bzw. ALA-Gehalt der jeweiligen Charge?
- Welche Analysemethode wird für das Fettsäureprofil verwendet?
- Wie hoch sind bei Borretschöl, das auf PAs geprüft wird, die Nachweisgrenze (LOQ) und die Akzeptanzspezifikation?
- Wie lauten die aktuellen PV-, p-AV-, Säurezahl- und TOTOX-Werte?
- Wie werden Oxidation und Sauerstoffeinwirkung während der Lagerung, des Transports und der Verkapselung kontrolliert?
- Welche Antioxidantien, Trägerstoffe oder Verarbeitungshilfsstoffe sind enthalten?
- Kann die Rezeptur die angestrebte Menge an GLA oder ALA in einer praktischen Portion liefern?
- Welche Softgel-Hülle, Kapselgröße und Füllmenge kommen in Frage?
- Welche Tests am Endprodukt und welche Stabilitätsdaten liegen vor?
- Können Sie chargenspezifische Echtheitszertifikate, Spezifikationen, Sicherheitsdatenblätter, technische Datenblätter, Flussdiagramme und Herkunftsnachweise bereitstellen?
- Wie hoch sind die Mindestbestellmenge, die Mustermenge, welche Verpackungsoptionen gibt es und wie lang ist die Lieferzeit?
- Wie werden die Angaben zu Struktur/Funktion, Omega und “PA-frei” für den Zielmarkt geprüft?
Häufig gestellte Fragen
Was ist besser: Borretschöl oder Leinsamenöl?
Keines der beiden ist grundsätzlich besser. Entscheiden Sie sich für Borretschöl, wenn Sie eine nachgewiesene GLA-Konzentration anstreben, und für Leinsamenöl, wenn Sie eine nachgewiesene pflanzliche ALA-Konzentration anstreben. Vergleichen Sie die Chargenanalyse, die Portionsgröße, die Sicherheitsdaten, die Oxidationsneigung und die Form des Endprodukts.
Ist Borretschöl ein Omega-3-Öl?
Borretschöl wird in erster Linie wegen seines GLA-Gehalts ausgewählt, einer Omega-6-Fettsäure. Es sollte nicht als Ersatz für ALA, EPA oder DHA vermarktet werden, es sei denn, es liegt eine Rezeptur vor, die diese Fettsäuren separat zuführt.
Enthält Leinsamenöl EPA und DHA?
Leinsamenöl liefert hauptsächlich ALA. Der Körper kann einen Teil des ALA in EPA und DHA umwandeln, doch diese Umwandlung ist begrenzt. Auf dem Etikett sollte kein EPA- oder DHA-Gehalt angegeben werden, es sei denn, das Endprodukt enthält diese Stoffe tatsächlich und dies ist nachweisbar.
Können Borretschöl und Leinsamenöl miteinander kombiniert werden?
Ja, sie können kombiniert werden, wenn die Rezeptur klare Zielwerte für GLA und ALA vorsieht. Die Mischung muss dennoch die Anforderungen hinsichtlich des praktischen Abfüllgewichts, der Oxidation, der Sicherheit, der Kennzeichnung und der Stabilität erfüllen.
Was bedeutet „PA-freies Borretschöl“?
Dies sollte bedeuten, dass eine festgelegte Liste von Pyrrolizidinalkaloiden mithilfe einer geeigneten Methode untersucht wurde und eine angegebene Spezifikation erfüllt hat. Käufer sollten die Analyten, die Nachweisgrenze (LOQ) und das chargenspezifische Ergebnis anfordern.
Was sollte auf dem Etikett von Fisch-, Leinsamen- und Borretschöl angegeben sein?
Eine aussagekräftige Kennzeichnung und Produktangaben sollten, sofern dies angegeben wird, den Gehalt an EPA, DHA, ALA und GLA pro Portion sowie die Ausgangsöle, die Portionsgröße, Allergene und weitere vorgeschriebene Angaben enthalten.
Letzte Erkenntnis
Borretschöl und Leinsamenöl lösen unterschiedliche Probleme bei der Rezeptur. Borretschöl ist ein GLA-Inhaltsstoff; Leinsamenöl ist ein ALA-Inhaltsstoff. Die richtige Entscheidung hängt von der angestrebten Fettsäuremenge, der Chargenanalyse, der PA-Kontrolle, der Oxidation, der Portionsgröße, der Darreichungsform und wissenschaftlich belegten Angaben ab – nicht von einer pauschalen Behauptung, dass ein Öl gesünder sei.
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Referenzen
- NIH-Büro für Nahrungsergänzungsmittel: Informationsblatt zu Omega-3-Fettsäuren für medizinisches Fachpersonal
- NCCIH: Leinsamen und Leinsamenöl – Nutzen und Sicherheit
- NCBI LactMed: Borretsch
- Europäische Arzneimittelagentur: Öffentliche Stellungnahme zu Pyrrolizidinalkaloiden
- EFSA: Pyrrolizidinalkaloide in Lebensmitteln
- Eine Behandlung mit Leinsamen- und Borretschöl-Nahrungsergänzungsmitteln wirkt sich positiv auf den Hautzustand von Frauen aus
- Umwandlung von Alpha-Linolensäure in langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren bei erwachsenen Menschen
- FDA: Angaben zu Struktur und Funktion
- FTC: Leitfaden zur Einhaltung der Vorschriften für Gesundheitsprodukte
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