Wenn Sie schon einmal im Regal mit Nahrungsergänzungsmitteln gestanden oder bei Amazon nach einem Kollagenpulver gesucht haben, sind Sie wahrscheinlich in ein verwirrendes Dilemma geraten. Eine Dose trägt die Aufschrift “Hydrolysiertes Kollagen”, während die danebenstehende mit “Kollagenpeptiden” wirbt.”
Welches Produkt zieht besser ein? Welches ist besser für Ihre Haut oder Gelenke?
Die kurze Antwort (für schnelle Antworten)
Es gibt keinen Unterschied.
Hydrolysiertes Kollagen und Kollagenpeptide sind zwei verschiedene Bezeichnungen für denselben Inhaltsstoff. Beide Begriffe beziehen sich auf Kollagen, das einem Prozess namens enzymatische Hydrolyse unterzogen wurde, um lange Proteinketten in winzige, resorbierbare Partikel aufzubrechen.
- Hydrolysiertes Kollagen bezieht sich auf die Prozess (wie es hergestellt wurde).
- Kollagen-Peptide bezieht sich auf die Endprodukt (was es ist).
Diese Begriffe können synonym verwendet werden. Sie bieten genau dieselbe Bioverfügbarkeit, Löslichkeit und dieselben gesundheitlichen Vorteile.

Die Wissenschaft: Was bedeutet “hydrolysiert”?
Um zu verstehen, warum die Namen unterschiedlich sind, müssen wir uns die Chemie ansehen.
Natürliches Kollagen (wie es in Rinderhaut oder Fischschuppen vorkommt) hat eine Dreifachhelixstruktur. Es ist unglaublich zäh und kann vom menschlichen Körper in seinem Rohzustand nicht aufgenommen werden. Wenn Sie rohe Rinderhaut essen würden, könnte Ihr Körper das Kollagen nicht effektiv verdauen.
Um es zu einem Nahrungsergänzungsmittel zu machen, verwenden die Hersteller enzymatische Hydrolyse. Bei diesem Verfahren werden Wasser und Enzyme eingesetzt, um diese zähen Proteinketten in winzige Stücke zu “zerlegen”.
- Der Prozess: Das Kollagen wird hydrolysiert (aufgespalten).
- Das Ergebnis: Die langen Ketten werden zu kurzen Aminosäureketten.
- Der Name: Diese kurzen Ketten werden in der Chemie als “Peptide” bezeichnet.”
Daher ist das Ergebnis von hydrolysiertes Kollagen ist Kollagenpeptide.
Vergleichstabelle: Kollagen vs. Peptide vs. Gelatine
Obwohl “hydrolysiert” und “Peptide” dasselbe sind, verwechseln Verbraucher sie oft mit Gelatine. Hier ist der eigentliche Unterschied:
| Merkmal | Hydrolysiertes Kollagen | Kollagen-Peptide | Gelatine |
| Wissenschaftliche Definition | Vollständig abgebautes Protein | Vollständig abgebautes Protein | Teilweise abgebautes Protein |
| Bioverfügbarkeit | Hoch (>90%-Absorption) | Hoch (>90%-Absorption) | Mäßig |
| Löslichkeit | Löst sich in heißem und kaltem Wasser auf | Löst sich in heißem und kaltem Wasser auf | Löst sich nur in heißem Wasser auf |
| Textur | Keine Textur (klumpenfrei) | Keine Textur (klumpenfrei) | Gelt/Verdickt sich beim Abkühlen |
| Beste Verwendung | Kaffee, Smoothies, Wasser | Kaffee, Smoothies, Wasser | Wackelpudding, Gummibärchen, dickflüssige Suppen |
Warum verwenden Marken unterschiedliche Namen?
Wenn es sich um dasselbe handelt, warum entscheidet sich die Branche dann nicht einfach für einen Namen? Die Antwort liegt im Marketing und in der Zielgruppe.
1. Der “wissenschaftliche” Blickwinkel (hydrolysiert)
Ältere Supplement-Marken oder Unternehmen, die an Sportler verkaufen, verwenden häufig den Begriff „hydrolysiertes Kollagen“. Das klingt technisch und betont die Verarbeitungsmethode. Es versichert dem Käufer, dass das Produkt nicht roh ist und leicht verdaulich ist.
2. Der “Schönheits”-Aspekt (Peptide)
Die Schönheits- und Hautpflegeindustrie bevorzugt den Begriff Kollagen-Peptide. Das Wort “Peptid” ist ein Schlagwort in der Anti-Aging-Welt. Es klingt hochwertiger, moderner und wissenschaftlicher. Marken, die sich an Frauen richten und Hautelastizität und Faltenreduktion versprechen, verwenden fast ausschließlich “Peptide”.”
3. SEO und Schlüsselwörter
Intelligente Marken nutzen häufig beide. Auf der Vorderseite des Glases steht vielleicht in großen, fetten Buchstaben “Kollagenpeptide”, aber in der Zutatenliste auf der Rückseite steht “100% Hydrolysiertes Rinderkollagen”. So wird sichergestellt, dass Kunden, die nach einem der beiden Begriffe suchen, das Produkt finden.
Bewährte Vorteile: Was können sie für Sie tun?
Unabhängig davon, ob auf dem Etikett “hydrolysiert” oder “Peptide” steht, sind die Vorteile identisch, da das Aminosäureprofil (Glycin, Prolin, Hydroxyprolin) dasselbe ist.
- Hautelastizität und Feuchtigkeitsversorgung: Studien haben gezeigt, dass die tägliche Einnahme von 2,5 g bis 10 g Kollagenpeptiden die Feuchtigkeit und Elastizität der Haut verbessern und möglicherweise die Tiefe von Falten verringern kann.
- Linderung von Gelenkschmerzen: Für Sportler oder Menschen mit Arthrose, Kollagen hilft bei der Stimulierung der Produktion von Knorpelmatrix und reduziert Gelenkschmerzen und Steifheit.
- Knochendichte: Kollagen bildet das strukturelle Gerüst, in dem Kalzium die Knochen verkalken kann. Eine Nahrungsergänzung kann helfen, Knochenverlust zu verhindern, insbesondere bei Frauen nach der Menopause.
Kaufberatung: So wählen Sie ein Qualitätsprodukt aus
Machen Sie sich keine Gedanken über den Namen auf der Vorderseite. Drehen Sie stattdessen die Flasche um und überprüfen Sie die Nährwertangaben.
1. Überprüfen Sie die Quelle.
- Bovine (Kuh): Reich an Typ I und III. Ideal für Haut, Haare, Nägel und Darmgesundheit.
- Meeresbewohner (Fisch): Meist Typ I. Wird oft wegen der Hautgesundheit bevorzugt und zieht aufgrund der kleineren Partikelgröße etwas schneller ein.
- Huhn: Reich an Typ II. Besonders geeignet bei Knorpel- und Gelenkproblemen.
2. Überprüfen Sie die Zutaten
Die Liste der Inhaltsstoffe sollte kurz sein. Im Idealfall sollte sie nur lauten: “Hydrolysierte Kollagenpeptide” oder “Rinderkollagenhydrolysat”. Vermeiden Sie Produkte mit Zuckerzusatz, Füllstoffen oder künstlichen Aromen, es sei denn, Sie wünschen ausdrücklich ein aromatisiertes Getränk.
3. Achten Sie auf die Bezeichnungen “Grasgefüttert” oder “Wild gefangen”.”
Um sicherzustellen, dass das Tier nicht mit Hormonen oder Antibiotika aufgezogen wurde, achten Sie auf die Angaben “Grasgefüttert, Weideaufzucht” (für Rinder) oder “Wildfang” (für Meeresfrüchte).
FAQs
Referenzen
- Zur Definition und Verarbeitung (hydrolysiert vs. Peptide): León-López, A. et al. (2019). Hydrolysiertes Kollagen – Quellen und Anwendungen. Moleküle. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6891674/
- Zur Hautgesundheit (Elastizität und Falten): Proksch, E. et al. (2014). Die orale Einnahme spezifischer Kollagenpeptide hat positive Auswirkungen auf die Physiologie der menschlichen Haut: eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie. Hautpharmakologie und -physiologie. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23949208/
- Zu Gelenkschmerzen und Erholung bei Sportlern: Clark, K. L. et al. (2008). 24-wöchige Studie zur Verwendung von Kollagenhydrolysat als Nahrungsergänzungsmittel bei Sportlern mit aktivitätsbedingten Gelenkschmerzen. Aktuelle medizinische Forschung und Meinung. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18416885/
- Zur Bioverfügbarkeit und Absorption: Skov, K. et al. (2019). Enzymatische Hydrolyse eines Kollagenhydrolysats verbessert die postprandiale Absorptionsrate – eine randomisierte kontrollierte Studie. Nährstoffe. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6566836/



